Helga Gendriesch

 
 

Kunst ist Leben ist Kunst


Die Künstlerin Helga Gendriesch, geborene Finger, wohnhaft in Dormagen im Rhein-Kreis Neuss/NRW, verheiratet, zwei Söhne, war zunächst nach ihrem Studium der Volkswirtschaft mehrere Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Nach Beendigung ihrer Berufstätigkeit widmete sie sich der Erziehung ihrer Kinder und wandte sich erst spät, um 1990, der Malerei zu.


Ihre vielen Werke liegen in unterschiedlichen Formaten, Materialien und Farben vor. „Ich male nur abstrakte Motive und verwende selten Pinsel, sondern gestalte die Öl- und Acrylfarben mit einer Walze“, erklärt Helga Gendriesch. Zu ihren neuesten Arbeiten gehören auch kleinformatige Bilder, die sie auf Glas malt und zusätzlich hinter Glas präsentiert. Meistens arbeitet sie jedoch mit bis zu 120 mal 180 Zentimeter großen Leinwänden auf dem Fußboden kniend und nicht an einer Staffelei. Technisch wird nass in nass hantiert, auf eine oder mehrere noch feuchte mit der Walze aufgetragenen Farben folgen auf die gleiche Art und Weise weitere Farbschichten. Eine Kreativphase kann da schon mal bis zwei Uhr morgens gehen. Wer sich mit der zierlichen Person unterhält, spürt ihre positive Lebensdynamik, die sich in ihren intensiven Kunstwerken widerspiegelt: Kunst ist Leben ist Kunst.


Angesichts der faszinierenden Kompositionen ist sie gefragt worden, ob sie eine Schülerin von Gerhard Richter sei. Man mag es kaum glauben: Gendriesch malt seit 30 Jahren mit großem Erfolg und hat weder eine Kunstakademie noch eine Malschule absolviert. Bewusst verzichtet die Autodidaktin auf eine Signatur. Warum? Sie nimmt eine Leinwand in die Hände und dreht sie langsam mehrfach um 90 Grad. Welche der vier Perspektiven richtig ist, das liegt im Auge des Betrachters. Eine Unterschrift könnte da eventuell mal auf dem Kopf stehen. „Meine gegenstandslosen Werke tragen deswegen auch keine Titel. Ich will die Interpretation der Flächen und Strukturen nicht durch Begriffe beeinflussen“, sagt Gendriesch.


2001 fand ihre erste eigene Ausstellung im Ballhaus im Düsseldorfer Nordpark statt. In der Folgezeit war sie in vielen anderen Institutionen mit ihren Bildern präsent, u.a. mit einer seit 2014 laufenden Dauerausstellung mit circa 80 Bildern in der Chirurgischen Abteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses in Köln-Hohenlind. Eine extrem bösartige Krebserkrankung hatte sie 2012 in dieses Krankenhaus geführt. 2018 nahm sie u.a. zum zweiten Mal an der internationalen Kunstmesse „Kölner Liste“ teil und veröffentlicht jetzt vor Beginn der 1. Internationalen Kunstmesse in Brüggen eine eigene Homepage. In diesem Jahr wird Helga Gendriesch zusammen mit vier weiteren Künstlern an Kunstmessen in Magdeburg, Essen, Frankfurt und Straßburg teilnehmen. Die Gruppe plant auch für 2019 die Teilnahme an Kunstmessen in Deutschland und im europäischen Ausland. Sie hofft trotz ihres Alters noch auf vielen Kunstmessen mit ihren Bildern anwesend zu sein: „Ich will noch viel erleben – ich bin doch erst 81!“

Dr. Stephan Zöller